NEMo diskutiert mit BürgerInnen über Potentiale von Mobilitätsplattformen für den ländlichen Raum

Ein starker Fokus des Forschungsprojekts NEMo lag auf der Fragestellung, wie BürgerInnen und Bürger Versorgungsengpässe bei der Mobilität im ländlichen Raum beheben und selbst zum Mobilitätsanbieter werden können. Um den Dialog mit der Öffentlichkeit in diesem Kontext weiter aufrecht zu erhalten, organisierte das Schlaue Haus Oldenburg kürzlich einen online basierten Diskussionsabend unter dem Motto „Welchen Beitrag können Mobilitätsplattformen für die Verbesserung der Mobilität leisten?“. Neben der Vorstellung der zentralen Ergebnisse von NEMo hatten alle Interessierten die Möglichkeit, mit dem inter- und transdiszipinären Forschungsprojekt über künftige Entwicklungsszenarien der Mobilität zu diskutieren.  

Interessierte BürgerInnen hatten die Möglichkeit, im Rahmen der Onlinediskussion mit NEMo in Interaktion zu treten (Big Blue Button).

In ihrem Vortrag gingen Prof. Dr.-Ing. Jorge Marx Gómez und Projektmitarbeiter Johannes Schering auf die Relevanz des Themas ein. Insbesondere im ländlichen Raum stellt es die Menschen vor enorme Herausforderungen, wenn sie auf ihren privaten Pkw verzichten müssen, da das Angebot des öffentlichen Verkehrs, insbesondere in Randzeiten, sehr eingeschränkt ist. Die entwickelte Mobilitätsplattform verbindet effizient verschiedene Mobilitätsoptionen, die nicht nur die Präferenzen der NutzerInnen, sondern auch private Mobilitätsangebote mit einbeziehen. In weiter führenden Forschungsansätzen denkt das Forschungsteam aber über die Verbesserung der Mobilität hinaus: So sollen in NEMo 2.0 Community-Building und die Attraktivierung des ländlichen Raumes in verschiedenen Dimensionen, wie z.B. Einkaufen, Lernen, Arbeiten, Erholung und Freizeit, mit den Möglichkeiten der Digitalisierung weiter vorangebracht und fokussiert werden.  

In der interaktiven Diskussionsrunde, die von Dr. Jan-Jonathan Bock vom Referat Forschung & Transfer der Universität Oldenburg moderiert wurde, richteten sich viele der Rückfragen seitens der BürgerInnen vorwärtsgerichtet auf die Mobilität der Zukunft. So wurde intensiv diskutiert, ob automatisierte Fahrzeuge künftig die Rolle der Mitfahroptionen im ländlichen Raum einnehmen bzw. ergänzen könnten, um das Angebot verfügbarerer RideSharing-Lösungen zu erhöhen. Insbesondere die Erreichung einer kritischen Masse sowie die Einbindung weiterer bislang regional orientierter Mobilitätsplattformen spielen eine zentrale Rolle, um die Akzeptanz und reale Anwendbarkeit von Mobilitätsplattformen zu verbessern. Eine Übertragung der in NEMo entwickelten Lösung auf den Raum Hatten im Landkreis Oldenburg ist derzeit in Vorbereitung, wie Bürgermeister Dr. Christian Pundt von der Gemeinde Hatten zu Protokoll gab.    

Im Forschungsprojekt NEMo wurden die Potentiale des Mitfahrens im ländlichen Raum umfassend untersucht. Dabei hat sich anhand sozialwissenschaftlicher Umfragen herausgestellt, dass die Abhängigkeit vom privaten Pkw auf dem Dorf deutlich größer als in verdichteten Räumen. Es zeigte sich im Rahmen der durchgeführten Befragungen im Landkreis Wesermarsch aber auch, dass die Mitnahme von Personen grundsätzlich sehr viele Vorteile für alle Beteiligten haben kann und positiv gesehen wird. Ein multimodaler Reiseassistent, wie die entwickelte Fahrkreis-App, kann einen wichtigen Beitrag leisten, um potentiell am Mitfahren Interessierte zusammen zu bringen. Für eine erfolgversprechende Umsetzung muss die App auf lokale Gegebenheiten (z.B. die vor Ort verfügbaren Mobilitätsoptionen) angepasst werden.

Das Schlaue Haus Oldenburg widmet sich dem Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft und bietet Einblicke in die Forschung der Universität Oldenburg und der Jade Hochschule. Das Schlaue Haus versteht sich als Schnittstelle zwischen Menschen aus Stadt und Region, Wissenschaft und Wirtschaft. Ziel ist es, den Bürgerinnen und Bürgern Wissenschaft in verständlicher Form näher zu bringen. Themen aus der Forschung werden in Vorträgen, Diskussionsrunden, Lesungen und Ausstellungen spannend vermittelt. Das Wissenschaftszentrum befindet sich in der Oldenburger City in räumlicher Nähe zum historischen Schloss von Oldenburg, direkt am Schloßplatz. Bis wieder Präsenzveranstaltungen möglich sind, wird der Dialog in Pandemiezeiten zumindest im Rahmen von interaktiven Onlineformaten aufrecht erhalten.

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